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Ratgeber Stromanbieterwechsel – 5 Verbrauchertipps gegen Fallstricke

Wohnungsmarkt24 21. September 2019
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Seit der Liberalisierung des Energiemarktes ist die Lieferantenwechselquote von Stromkunden stark gestiegen. Während die Anzahl an Stromanbietern mit mehr als 800 heute eine große Auswahl bietet, gelingt der Wechsel zunehmend einfach. Vieles lässt sich online abwickeln, komfortabel und schnell. Dennoch werden Mieter und Eigenheimbesitzer auf dem Weg zur möglichst günstigen Energieversorgung mit diversen Stolperfallen konfrontiert, die unnötige Kosten auslösen können. Dieser Beitrag klärt über wesentliche Fallstricke auf.




Stromkunden, die dem Grundversorger bislang treu geblieben sind, mussten für Energie besonders tief in die Tasche greifen. Mehrere hundert Euro Ersparnis pro Jahr lassen sich durch den Wechsel zu einem alternativen Versorger durchaus erzielen. Da die Strompreise 2020 Prognosen zufolge steigen könnten, lohnt sich ein Vergleich der Anbieter aber für alle Kunden. Laut Landwirtschafts-Nachrichtenportal Agrarheute rechnet das unabhängige Denk- und Politiklabor Agora Energiewende mit bis zu 6,7 Cent pro Kilowattstunde, während die EEG-Umlage 2019 noch bei 6,41 Cent liegt. Abhängig davon, wie die Stromanbieter dies an ihre Kundschaft weitergeben, prognostizieren die Experten Mehrkosten für Verbraucher von einem Cent pro Kilowattstunde. Mit den folgenden Tipps können Stromkunden das Risiko für Stolperfallen bei einem Anbieterwechsel minimieren.

1.Boni & Sachprämien: Achtung Preissteigerung und Mindestabnahmemenge!

Neukundenboni sind verlockend: Je nach Tarif und Energieverbrauch des Haushalts sind 150 Euro und mehr keine Seltenheit. Diejenigen Verbraucher, die jedoch einen langfristigen Stromtarif suchen und nicht jedes Jahr einen Wechsel durchführen möchten, sind gut beraten derartige Vergünstigungen bei einem Anbietervergleich auszublenden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass spätestens nach Ablauf einer möglichen Preisfixierung deutlich mehr für Energie gezahlt werden muss. Viele Anbieter locken Neukunden, bieten die attraktiven Konditionen aber nur vorrübergehend. Kunden, die weniger wechselfreudig sind, sollten den Grundpreis und die Kosten je Kilowattstundeals ausschlaggebend betrachten. Alles andere wäre kurzsichtig. Schließlich werden Sofort- und Neukundenbonus nur einmalig gezahlt.

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Auch Sachprämien rufen zunehmend Neukunden auf den Plan. Wie bei Boni gilt auch hier: Das Kleingedruckte lesen! ein Stromanbieter mit Prämie und dessen vertragliche Bedingungen sorgfältig geprüft werden sollten, bestätigt das Newsportal VNUNET. In einem Artikel wurden empfehlenswerte deutsche Stromanbieter arrangiert, die derzeit besonders attraktive Prämien präsentieren. Darunter hochwertige Küchengeräte, Spielekonsolen, Smartphones und Mountainbikes. Gleichzeitig wird auf potenzielle Mindestabnahmemengen hingewiesen, die einige Stromlieferanten im Zusammenhang mit Prämien voraussetzen. Verbrauchen Kunden weniger Strom als vertraglich für Boni und Sachprämie vereinbart, ist es denkbar, dass keine Auszahlung erfolgt beziehungsweise die Kosten für die bereits gelieferte Prämie sogar in Rechnung gestellt werden dürfen.



2.Neukundenboni im Anbieterdschungel: Wenn Neukunden gar keine sind

Die große Anzahl an Stromanbietern hat viele Vorteile, aber auch einen entscheidenden Nachteil: Viele Unternehmen versorgen unter unterschiedlichsten Marken Strom. Die Folge ist, dass angebliche Neukunden häufig keine sind, weil sie zwar bei einer anderen Marke einen Tarif abgeschlossen haben, der Strom letztlich aber von der gleichen Quelle stammt. Die versprochenen Neukunden-Prämien bleiben aus.

3.Vermeintliche Ersparnis: Vorsicht Vergleichswerte!

Bei der Nutzung von Vergleichsportalen zum Gegenüberstellen der Strompreise diverser Anbieter ergeben sich teilweise immense Beträge bei der Ersparnis. Auch hier droht eine Stolperfalle: Für den Vergleich wird in der Regel der Preis örtlicher Grundversorger herangezogen. Verbraucher, die dort kein Kunde sind, sondern bereits von einem günstigeren Unternehmen mit Strom versorgt werden, sparen demnach effektiv weniger. Ein objektives Ergebnis lässt sich nur mit dem Blick auf die letzte Stromrechnung berechnen.

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4.Vertragslaufzeiten kontrollieren!

Bonusauszahlungen können von einer verlängertenVertragslaufzeit abhängen. Möchten Haushalte jährlich wechseln, um vom maximalen Sparpotenzial zu profitieren, wäre ein derartiger Vertrag kontraproduktiv. Dementsprechend sind Tarifdetails kritisch zu lesen. Womöglich entpuppt sich das günstige Angebot als Reinfall. Die allgemeine Vertragslaufzeit sollte maximal ein Jahr betragen, Folgelaufzeiten einen Monat. Die Kündigungsfrist liegt im Idealfall bei zwei bis vier Wochen.

Tipp: Im Sommer bieten viele Stromlieferanten besonders günstige Tarife.

5.Verpasste Kündigungsfristen!

Sobald es für eine fristgerechte Kündigung zeitlich knapp wird, sollten sich Verbraucher nicht auf den Service des neuen Stromlieferanten verlassen. Im schlechtesten Fall kommt es zu Verzögerungen, welche zu einer automatischen Vertragsverlängerung beim alten Anbieter führt. Je nach Tarif, wird das teuer. Ist die Preisfixierungsphase vorbei, drohen Preiserhöhungen. Deshalb gilt: Zeitkritische Kündigungen selbst durchführen und den neuen Anbieter darüber informieren.

Auch bei einem Sonderkündigungsrecht ist es besser, die Kündigung selbstständig einzureichen. „Schicken Sie die Kündigung am besten per Einschreiben mit Rückschein und per Mail, so sind Sie auf der sicheren Seite“, rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen online in einem Ratgeber zu Kündigungsfristen von Energielieferverträgen.




Widerrufsrecht zunutze machen!

Stellt sich nach Abschluss eines Stromvertrags via Fernabsatz, also über den Postweg oder das Internet heraus, dass das Angebot ungünstig ist, können Kunden von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen und innerhalb von 14 Tagen widerrufen.

Neben einem preiswerten Stromtarif ist das Senken des Verbrauchs eine wirkungsvolle Sparmethode. Wie sich Energie sparen lässt, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Fotos Quellenhinweis: Life-Of-Pix; Bru-nO; RoyBuri - pixabay.com
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