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Immobilienmarkt News

Überraschende Umfrage bei deutschen Banken: Rentner könnten Mega-Kredite bekommen – doch sie wollen sie nicht

Redaktion 1. September 2020
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Deutschland, Kreditland? Der Bundesbürger hat durchschnittlich zwischen 7.000 und 13.000 EUR Kredit aus Ratenkrediten für Teilzahlungen, Mietrückstände, Kautionen und Konsum. Anders sieht es bei Immobilienkrediten aus, die ein Zehnfaches oder mehr betragen können. Denn die höchsten Kredite, welche der Durchschnittsbürger in seinem Leben aufnimmt, sind Immobilienkredite, da der Verkehrswert von Häusern und Wohnungen seit Jahren im Steigen begriffen ist.

Gerade die hohen und teuren Immobilienkredite sind derzeit aber gleich von mehreren Seiten umstritten – von den Banken, da die Nullzinsregelung ihnen weniger Einnahmen beschert, und bei den Kreditnehmern selbst, die sich wegen unsichererer Arbeitsmarktlage Gedanken um die mögliche Rückzahlung machen.

Junge Familien, die sich in der gegenwärtig unsicheren Lage auf dem Arbeits- und Weltwirtschaftsmarkt ein Haus kaufen wollen, stehen oft skeptischen Banken gegenüber, die keine 80-Prozent-Finanzierung der Immobilie, noch weniger eine 100-Prozent-Finanzierung anbieten wollen. Lediglich eine Subpopulation innerhalb der Gesellschaft gibt es, die sich – einer aktuellen Studie zufolge – keine Sorgen um ihre Kreditwürdigkeit machen muss: die Rentner.




Rentner bekämen auch hohe Immobilienkredite

Eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag des Finanzdienstleisters Deutsche Teilkauf hat erst kürzlich ergeben, dass Rentner durchschnittlich keine Immobilienkredite mehr aufnehmen wollen – obwohl sie ihnen bewilligt würden. Die Banken hätten ein großes Vertrauen in die Kreditwürdigkeit der berenteten oder pensionierten Kreditnehmer und würden auch höhere Beträge finanzieren, sagen die Initiatoren der Studie.

Sofern die älteren Kreditnehmer ein teilweise oder auch ganz bezahltes Haus ihr eigen nennen könnten, seien die Bewilligungen von Beleihungen fast selbstverständlich. Hierbei würden gern Darlehen gewährt, welche dem aktuellen Verkehrswert der Immobilien entsprächen und daher hohe sechsstellige Beträge aufweisen können. Auf dieser Basis könnten die älteren Kreditnehmer ein Vermögen ausschöpfen und eventuell anders investieren, das ihnen sonst nicht zur Verfügung stünde.

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Allerdings würden die meisten Kreditwürdigen diesen Spielraum gar nicht ausschöpfen. Manche lehnten solche Angebote schlichtweg ab. Was aber sind die Gründe für diese zaghafte und gehemmte Einstellung den Krediten gegenüber? Es sei überwiegend nicht die Angst, eine hohe Summe nicht zurückzahlen zu können, lautet das Ergebnis der Studie. Eher wirke es auf ältere Menschen psychologisch abschreckend, (wieder) auf viele Jahre durch die fälligen Kredit-Rückzahlungen und Hypotheken gebunden sein zu müssen.




Kreditwürdigkeit von Senioren: Selbsteinschätzung versus Fremdeinschätzung

Die Studie zeigt: die über 70-Jährigen wollten lieber unabhängig sein und in ihren Lebensabend investieren, als sich ihr Vermögen für Rückzahlungen einzuteilen, und außerdem verbreite die Idee, das eigene Haus durch die Bank beleihen zu lassen, bei manchen eine diffuse Angst. Unsicherheit, bei eventuell doch mangelnder Rückzahlungsfähigkeit vielleicht das Haus an die Bank zu verlieren, und zudem die Furcht, durch Rückzahlungen finanziell eingeschränkt zu werden, bestärkt viele Rentner in einem mehr als konservativen Verhalten den Kreditangeboten gegenüber.

Neben der psychologischen Scheu, sich – vielleicht nochmals im Leben – auf lange Jahre durch Rückzahlungen festzulegen, spielt eine falsche Selbsteinschätzung der Senioren eine Rolle bei der sehr zögerlichen Annahme von Immobilienkrediten. Die meisten über 80-Jährigen glauben laut der YouGov Studie fälschlicherweise, sie seien in den Augen der Banken nicht mehr kreditwürdig: 61 Prozent der Befragten gehen von so pessimistischen Einstellungen aus.

Dabei entspricht diese negative Selbsteinschätzung nicht der Fremdeinschätzung, hier dem Blick der Banken, denn die wären überwiegend froh, in Zeiten von post-pandemischen Ungewissheiten solvente und zuverlässige ältere Kreditnehmer zu haben.

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Zusammenfassung

Kredite zu vergeben, ist für Banken einerseits ein Tagesgeschäft, andererseits eine heikle Angelegenheit, denn die Rückzahlungsmoral mancher Bankkunden lässt zu wünschen übrig. Kurzarbeit, unsichere Jobs und andere Risikofaktoren machen zudem viele rückzahlungswillige Arbeitnehmer, die mitten im Leben stehen, zu gefährdeten Kreditnehmern. Deswegen sind aktuell gerade Rentner mit sicherem Einkommen begünstigt bei der Verteilung von Krediten, doch eine Studie zeigt, dass sie hohe Kredite trotz Kreditwürdigkeit gar nicht wollen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Freedomz
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