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Immobilienmarkt News

Familien ziehen aus: Leben in der Großstadt zu teuer

Redaktion 28. August 2019
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Immer mehr Familien in Deutschland ziehen gegenwärtig aufs Land – aber nicht um des idyllischen Landlebens wegen, sondern weil sie sich die Mieten in den Metropolregionen nicht mehr leisten können. Ein Bericht mit aktuellen Fakten zur Mietpreissituation in deutschen Großstädten.

Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung warnt vor hohen Mieten

Kommt es Ihnen auch so vor, als ob der Wohnraum in deutschen Großstädten immer enger würde und die Vermieter in Berlin, München und Hamburg ein Nebenzimmer oder gar eine Art Hasenstall für horrendes Geld vermieten wollen? Ihre subjektive Sicht ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn die tatsächliche Situation der ansteigenden Mieten für immer weniger Wohnraum in deutschen Metropolregionen wird derzeit nicht nur von einer, sondern gleich von zwei unabhängigen Studien bestätigt.




Das eher konservative Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) und das eher links orientierte Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung legen erschreckende Tatsachenberichte vor: ihre empirischen Studien haben ergeben, dass der Pro-Kopf-Quadratmeteranteil in deutschen Großstädten immer weiter sinkt, während der durchschnittliche Wohnraum pro Bürger auf dem Land steigt. Die Situation in den Städten werde immer unüberschaubarer und schwieriger für die Mieter,  denn der verfügbare Wohnraum sei – insbesondere in Berlin – extrem knapp.

Singles und Paare würden sich aufgrund der steigenden Mieten immer kleinere Wohnungen oder bevorzugt Ein-Zimmer-Apartments suchen. Das wiederum führe aber dazu, dass die größeren, noch verfügbaren Wohnungen auf dem Immobilienmarkt mit ihren hohen Quadratmeterpreisen über 10 Euro, manchmal über 12 Euro pro Quadratmeter für viele Verbraucher schlicht zu teuer seien. Eine Lösung des Problems sei der Zusammenzug mit anderen Familienmitgliedern oder die WG-Gründung. Im Jahr 2017 lebten laut Statistik in rund 7,5% der Wohnungen mehr Bewohner, als es Räume gab.

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In einer Drei-Zimmer-Wohnung lebten also vier oder mehr Personen. Im Jahr 2015 gab es diese Überfüllung nur in 5% aller Wohnungen. Der Trend sei steigend, warnen die Experten, und führte zu einer Neuentscheidung vieler Bürger bezüglich ihres Domizils. Die für Durchschnittsverdiener oft unbezahlbar hohen Mieten führten zu einer wachsenden Überfüllung, die ein weiteres soziales Problem darstelle, folgerten die Forscher vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.




Teure Städte, günstiges Land: Stadtflucht hat ihre Ursachen

Wer nicht in einer WG leben möchte oder in überfüllten Wohnungen, entscheidet sich oft für einen Wegzug vom Großstadtraum und eine Hinwendung zum Land, wo Mieten noch günstiger sind und der durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnraum deutlich höher ist als in den Metropolen. Man kann von einer regelrechten „Stadtflucht“ sprechen, meinen die Forscher vom Max-Planck-Institut für Sozialforschung, welche die empirische Erhebung der Daten durchgeführt haben. Die Entscheidung, aufs Land zu ziehen, ist heute für die meisten Familien durch die unbezahlbar hohen Mieten in den Großstädten motiviert.

Zwar geben die meisten Familien, den Studien zufolge, nach wie vor rund 30% ihres Nettoeinkommens für Mieten aus. Diese Zahl hat sich in den vergangenen Jahren nicht geändert. Die einkommensschwachen Familien jedoch müssten teilweise über 40% ihres Nettoeinkommens für die Miete verausgaben. In Familien, in denen fast die Hälfte des verfügbaren Einkommens für das Wohnen ausgegeben werden muss, ist kein Spielraum für andere Bedürfnisse des Lebens, oder ein finanzieller Puffer zum Sparen.

Das ist einer der Gründe, weshalb Karin Lompscher (Linke) in Berlin mit der Mietpreis-Bremse droht. Doch die meisten sozial schwachen Bürger können nicht so lange warten, bis die Politik reagiert wird, da ihr geringes Einkommen von den hohen Stadtmieten aufgezehrt wird: sie handeln jetzt und ziehen um aufs Land.

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Zusammenfassung

Wohnungen in deutschen Großstädten sind mittlerweile für viele Verbraucher so teuer, dass sie aufs Land ziehen, um mehr Wohnraum pro Kopf zur Verfügung zu haben. Der durchschnittliche Wohnraum in den Städten sinkt seit 2015 drastisch, auf dem Land jedoch steigt er an – ein Missverhältnis, das auch politische Spannungen bringt.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Dariusz Jarzabek
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