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Steigende Mieten: Für Studenten wird das Wohnen in Uni-Städten fast unerschwinglich

Redaktion 6. September 2019
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Wer studiert, braucht neben Köpfchen auch eins: eine günstige Bleibe zum  Lernen, Leben und Feiern. Doch das Wohnen in deutschen Universitätsstädten wie Frankfurt, Stuttgart, Hamburg,. München und Berlin wird aktuell gerade für Studenten wegen der steigenden Mieten immer schwieriger. Manche Akademiker n spe können die horrenden Mieten nicht mehr zahlen und müssen entweder im Randbereich der Stadt oder auf kleinstem Raum in Wohngemeinschaften leben. Aktuelle Daten und Fakten aus einer Umfrage in deutschen Universitätsstädten zeigen, wie prekär die Lage ist…




Viel Wohnraum war gestern: Wie Studenten heute in Deutschland wohnen

Studenten in Deutschland wohnen durchschnittlich auf nur 29 Quadratmetern pro Person. Das war auch bereits vor Jahren schon so, als 2014 eine Umfrage erhoben wurde über die Wohn- und Lebenssituation des akademischen Nachwuchses in Deutschland. Allerdings sind die Mieten für diese Kleinstwohnungen oder WG-Plätze in deutschen Großstädten seither rapide gestiegen: rund 386 EUR Warmmiete zahlte ein Student im vergangenen Jahr für seine knapp 30 Quadratmeter Wohnung, zeigte eine Umfrage vom Personaldienstleister Studitemps – das sind 54 EUR mehr als in den Vorjahren.

Im Verhältnis zum Einkommen des Durchschnittsstudenten, das sich aus BAFÖG oder Zuwendungen der Eltern rekrutiert und meist durch Nebenjobs aufgewertet wird, ist die Miete also überproportional hoch und noch dazu steigend. Die meisten Studenten gaben bei dieser Umfrage an, dass die Miete die monatlich höchste Belastung sei, die mehr als die Hälfte des zur Verfügung stehenden Budgets verschlinge, das meist unter 1000 EUR läge. Damit sind Studenten mehrheitlich in einer ähnlichen Situation wie arme Bürger, die laut einer Berechnung der Partei Die Linke in Berlin ebenfalls rund 50 % ihres Nettoeinkommens allein fürs Wohnen ausgeben müssen, was natürlich ihre sonstigen Möglichkeiten radikal einschränkt.

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Manche international gefeierten Top-Orte zum Studieren wie der Großraum München sind exorbitant teuer, gerade für die Studenten: hier warten jährlich rund 11.000 Studenten auf einen Platz im Wohnheim der Universität, weil sie sich die notorisch überteuerten Mieten in Schwabing, Sendling oder Haidhausen nicht leisten können.




Warum sich die Wohnraumsituation zuspitzt: Hintergründe

Die hohen Mieten für Studenten spiegeln ein gesellschaftliches Problem: immer mehr Schüler gehen auf weiterführende Schulen und immer mehr Abiturienten studieren. Die Universitäten sind aus diesem Grund so gut besucht wie noch nie, und die zahlreichen Erstsemester pro Jahr suchen Wohnraum, doch die Anzahl des verfügbaren Wohnraums ist nicht im gleichen Verhältnis wie die Neuzugänge an den Hochschulen gestiegen.

Dazu kommt die Erfahrungstatsache, dass viele Studenten ihre Chance auf einen Platz im Wohnheim der Universität überschätzen und sich erst auf Suche nach geeigneten Wohnungen machen, wenn das Wohnheim ihnen eine Absage erteilt. Dann jedoch kann es zu spät sein, weil die wenigen verfügbaren Wohnungen kurz vor Semesterstart bereits vermietet sind. Fehlplanungen und Desorganisation sind daher oft der Grund dafür, dass sich hundert Studenten konkurrierend um eine kalte, ungemütliche Ein-Zimmer-Wohnung mit Blick auf den Innenhof bewerben.

Ein weiterer Grund ist, dass es weniger WGs auf dem deutschen Wohnungsmarkt gibt: da immer mehr junge Berufseinsteiger auch nach dem ersten Gehalt in Wohngemeinschaften bleiben, fehlen diese Immobilien auf dem Markt. Dadurch verknappt sich das Angebot für Wohnungssuchende zusätzlich. Studitemps errechnete: rund 37 Stunden muss ein Student monatlich arbeiten, um das Geld für die Miete hinzuverdienen zu können. Manche Studenten ziehen ins „Hotel Mama“ – oder wandern aus, in andere Länder, in denen die Mieten noch erschwinglich sind.

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Zusammenfassung

Studenten brauchen Wohnraum, doch der ist insbesondere gegenwärtig vor allem in deutschen Universitätsstädten zum knappen Gut geworden: die Mieten stiegen innerhalb von fünf Jahren um zehn Prozent, ergab eine Umfrage des Dienstleisters Studitemps. Für viele Akademiker ist das ein Signal dafür, dass sie ihr Studium verkürzen, mehr Nebenjobs annehmen – oder auswandern.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch George Rudy
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