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Studie belegt: Mietpreisbremse wirkt doch!

Wohnungsmarkt24 14. Februar 2018
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Sie hat einen schlechten Ruf und soll laut der aktuellen Koalitionsvereinbarung verschärft werden, damit sie greift: die Mietpreisbremse. Sie sei wirkungslos, ist das gängige Vorurteil. Doch das stimmt nicht. Das belegt nun eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gemeinsam mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die heute vorgelegte Untersuchung beweist: Die Mietpreisbremse wirkt doch – nur kann sie die Probleme des Wohnungsmarktes nicht allein lösen.

Untersuchung zeigt: Bremse greift regional in Teilen Berlins, Münchens und Stuttgarts

Sie wirkt – und zwar jedoch nur dann, wenn die Neuvertragsmieten vor der Einführung der Mietpreisbremse stark gestiegen waren. Sie bremst in einer Region, in der die Preise vor 2015 bereits einen Anstieg von mindestens 3,9 Prozent durchlaufen waren. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von 200.000 Mietinseraten auf Onlineplattformen. Je stärker der Anstieg vorher war, desto stärker wirkt die Mietpreisbremse.




„Die Mietpreisbremse greift nur in bestimmten Regionen mit besonders starken Mietanstiegen und erreicht damit nur kleine Teile der Bevölkerung. Das heißt jedoch nicht, dass die Mietpreisbremse grundsätzlich eine Fehlkonstruktion ist – dort wo sie wirken kann, tut sie es auch“, erklärt DIW-Immobilienökonom Claus Michelsen in einer Pressemitteilung. So habe sie sogar in manchen Regionen erreicht, dass die Miete einmalig gesunken sei – und zwar in Regionen, in denen der Preisanstieg vor der Einführung über 4,8 Prozent lag. Dies betreffe zum Beispiel Teile von Berlin-Mitte und Berlin-Neukölln, München-Laim und München-Schwabing sowie das Stuttgarter Heusteigviertel und Innenstadtbereiche von Bielefeld.

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Die Studie beweist erstmals, dass die Mietpreisbremse deutlich besser ist als ihr Ruf. “Die Erwartungen waren vielerorts schlicht zu hoch“, kommentiert Andreas Mense von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in der Pressemitteilung. Nur unterhalb der errechneten Grenze des vorherigen Preisanstieges sei die Mietpreisbremse wirkungslos.

Ohne Mietpreisbremse ist der Anstieg noch stärker

In der Vergangenheit hatten Studien bisher lediglich gezeigt, dass der Anstieg der Mieten seit der Einführung der Mietpreisbremse sich nicht spürbar verlangsamt habe. Diese Ergebnisse seien immer noch gültig, so die Forscher. Doch die neue Studie zeigt detaillierte Ergebnisse und ein weiteres Indiz für die Wirksamkeit der Mietpreisbremse.

Die Regionen wurden auf Ebene der Postleitzahlbezirke in Bezug auf regulierte und unregulierte Wohnungen verglichen. Die Forscher konnten so erkennen, dass die Mieten für neu gebaute Wohnungen, die nicht unter die Regelung der Mietpreisbremse fallen, deutlich schneller ansteigen als früher. So schlussfolgern die Forscher: Die Mietpreisbremse führt langfristig dazu, dass mehr neue Wohnungen gebaut werden.

Bremse darf nicht alleiniges Instrument der Politik bleiben

Die Mietpreisbremse trat am 1. Juni 2015 in Kraft. Sie gilt mittlerweile in 313 deutschen Städten und betrifft rund ein Viertel der Bevölkerung. Sie besagt, dass ein Eigentümer bei Einzug eines neuen Mieters höchstens zehn Prozent mehr als die ortsübliche Miete verlangen darf. Jedoch nur, wenn der Mieter danach fragt, ist der Vermieter verpflichtet, die Vormiete offen zu legen.




Die Vertreter des DIWs und der Universität Erlangen-Nürnberg resümieren anhand der neuen Ergebnisse, dass die Mietpreisbremse nicht “das Instrument zur Lösung aller Probleme” sein könne. Die Preisregulierung könne höchstens Zeit verschaffen, bis sich Nachfrage und Angebot an Wohnungen auf dem derzeit extrem angespannten Immobilienmarkt wieder annähern. Daher fordern die Forscher die Politik auf, mehr Anreize für den Neubau von Wohnungen zu schaffen – beispielsweise sei auch eine Reform der Grundsteuer notwendig.

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Eben das hat die Große Koalition gerade in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen – eine gesonderte Grundsteuer soll Baugrundspekulationen vorbeugen. Neben der Grundsteuerreform soll auch die Mietpreisbremse zukünftig verschärft werden. So wollen die Politiker den Vermieter generell verpflichten, die vorherige Miete bei Einzug eines neuen Mieters offen zu legen.

Zusammenfassung:

Entgegen ihrem schlechten Ruf wirkt die Mietpreisbremse doch. Das hat eine aktuelle Studie des DIWs ergeben. Demnach wird der Anstieg der Mieten in Regionen gebremst, wenn der Preisanstieg in den vier Jahren vor der neuen Regelung mindestens 3,9 Prozent betragen hatte.

Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Light And Dark Studio
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