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Bundesregierung hilft Mietern: Vereinfachte Wohngeld-Beantragung

Redaktion 7. April 2020
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Mieter atmen auf, Vermieter haben gegenwärtig oft das Nachsehen in Deutschland: wer Miete zahlen muss und aufgrund von Kurzarbeit oder Kündigung durch Corona nicht dazu in der Lage ist, darf in den kommenden Monaten nicht gekündigt werden. Allerdings steht es außer Frage, dass die fehlenden Mietzahlungen nachgeholt werden müssen – die Ausnahmesituation hebt bestehende Verträge nicht auf!

Für viele Mieter ist der außerordentliche Kündigungsschutz zwar eine Erleichterung, doch die Geldsorgen, die durch verkürzte Arbeitszeiten oder Einnahmen-Einbußen auftreten, sind damit nicht vom Tisch. Viele Menschen müssen aktuell Wohngeld beantragen, um überhaupt ihren Mieterpflichten nachkommen zu können und auch die allgemeine Budget-Situation der Haushalte zu entspannen.

Hier hat sich die Bundesregierung allerdings etwas Positives einfallen lassen: die Beantragung von Wohngeld soll erheblich vereinfacht werden und die Wartezeiten kürzer. Ziel ist es, möglichst viele Wohngeldberechtigte umgehend zu ihrem Leistungsanspruch und damit zu einer vorübergehenden Unterstützung zu bringen.




Wohngeld-Beantragung – Eine (ehemals) komplizierte Sache

Wohngeld ist eine soziale Leistung, deren Erhalt in Deutschland an die Einschätzung der „Bedürftigkeit“ gekoppelt ist, aus der sich rechtlich ein Leistungsanspruch bindet. Wer einen solchen Leistungsanspruch hat, erhält Geld vom Staat, derzeit bei Single-Haushalten 190 Euro pro Monat, bei Familien entsprechend mehr, je nach Anzahl der Personen und Nettoeinkommen.

Doch die Beantragung von Wohngeld war bisher kompliziert, denn der Gesetzgeber verlangte umfangreiche Dokumentationen des finanziellen Status des Antragstellers, der eindeutig eine Berechtigung auf die finanzielle Hilfe ausweisen musste: Verdienstbescheinigungen vom Arbeitgeber (nicht nur Einkommensnachweise), Meldebescheinigungen, Mietquittungen, oft noch Kontoauszüge, Kindergeld- und Rentenbescheide, und sogar Lebensversicherungen oder Bausparverträge mussten dem Antrag beigefügt werden.

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Verzögerungen bei der Dokumentation oder fehlende Dokumente konnten in der Praxis der behördlichen Arbeit oft lange Wartezeiten verursachen, indem derselbe Antrag immer wieder neu aufgerollt wurde bis zu seiner kompletten Dokumentation. Während dieser Zeit erhielt der Antragsteller oft weder soziale Leistungen, noch einen Vorschuss.

Neue Erleichterungen bei der Wohngeld-Beantragung

Es wird einfacher und schneller, als Leistungsberechtigter zu seinem Wohngeld zu kommen. Die Bundesregierung hat angekündigt, dass viele Formulare aktuell nachgereicht werden dürfen, was bisher nicht ohne weiteres möglich war, und dennoch im Eilverfahren über die Bewilligung beschlossen werden muss. Auch soll grundsätzlich der bürokratische Aufwand auf ein Minimum reduziert werden, damit Antragssteller schneller zu ihren Rechten kommen.




Sogar Vorschüsse sollen bewilligt werden, damit Antragsteller keine prekären Situationen erdulden müssen. Durch diese erheblichen, bürgernahen Verkürzungen im Prozess der bisherigen Wohngeld-Beantragung hofft die deutsche Regierungsspitze, recht bald die Realsituation in vielen Mieterhaushalten zu verbessern und die finanzielle Lage zu stabilisieren.

Ein Motor dieser Veränderungen sind auch die zu Recht laut werdenden Appelle von betroffenen Bürgern an die soziale Gerechtigkeit in einem Rechtsstaat, denn unter den aktuellen Belastungen durch Massenkündigungen sowie Massenarbeitslosigkeit und die wirtschaftlich meist sehr unrentable Kurzarbeit leiden vor allem ohnehin Einkommensschwache und Familien am meisten.

Auch Selbständige erleben eine Entlastung durch staatliche Hilfen. An diese Bevölkerungsgruppe ist ebenfalls gedacht, denn auch Selbständige, denen nun durch Corona Einkünfte wegbrechen, sollen vereinfacht Wohngeld und Zuschüsse von bis zu drei Monaten beantragen können. Zwar deckt das Wohngeld in Summe in vielen hochpreisigen Regionen nur einen Teil der Miete, doch es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

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Und es nimmt vielen Erst-Antragsstellern, die nur virenbedingt überhaupt in die Situation kommen, Wohngeld zu beantragen, die Hemmung. Denn es ist keine Schande, in wirtschaftlich außerordentlichen Zeiten die sozialen Leistungen in Anspruch zu nehmen, für die man einen berechtigten Anspruch aufweisen kann.

Zusammenfassung

Durch die aktuelle Corona-Situation in Europa werden viele Firmen empfindlich in ihren Einnahmen geschwächt – Massenkündigungen sind die Folge, die sich auch nachteilig auf die Mieter auswirken. Nun hat die Bundesregierung beschlossen, die Beantragung von Wohngeld zu vereinfachen, um von virus-bedingten Kündigungen betroffenen Mietern mit schmalem Einkommen schnell zu helfen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Pusteflower9024
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