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Auszug nein danke? Warum Mieter in Hamburg lieber in ihrer Wohnung bleiben

Redaktion 29. November 2019
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Hamburg ist als deutsches „Tor zur Welt“ bekannt – als Hansestadt, mit dem Hafen, der Güter in alle Welt exportiert, und neben München der höchsten Millionärsdichte. Hamburg gilt als offen und kosmopolitisch. Doch Hamburg ist auch eine Stadt, in der manche Einwohner sehr konservativ sind – vor allem Mieter. Die wollen nämlich absolut nicht aus ihren Wohnungen ausziehen. Und nein, es geht nicht um die berühmten Hausbesetzer in der Hamburger Hafenstraße, die ihren wilden Ruf schon seit vielen Jahren nur noch zu Unrecht hat, da sie mittlerweile eine recht gediegene Gegend ist.

Gemeint mit denen, die unbedingt bleiben wollen, sind ganz normale Mieter, die gutes Geld für ihre vier Wände zahlen. Mieter, die nicht mehr ausziehen wollen, weil sie sich den Umzug nicht mehr leisten können. Sie spiegeln ein Problem wider, das Städteplaner und Bauunternehmer nicht berücksichtig haben: auch in der Hansestadt herrscht Wohnungsmangel – und Knappheit an Alternativen.




Der Mietenanstieg in Hamburg ist niedrig –  unter der Inflationsrate

Der jährliche Mietenanstieg macht in Hamburg, wie überall in Deutschland, den Mietern einiges Kopfzerbrechen, denn der Vermieter darf innerhalb des gesetzlichen Rahmens die Mieten erhöhen – und meist tut er es auch. Das ist die allgemeine Tendenz, die es auch in der Hansestadt gibt. Dennoch können die Mieter hier aufatmen, denn sie müssen nicht wesentlich tiefer in die Tasche greifen als in den Vorjahren: der Mietenanstieg von 2,6 % liegt unter der Inflationsrate, die sich auf 3,3 % beläuft. Insofern steigen die Mieten in Hamburg zwar durchaus an, bleiben aber noch immer im moderaten Rahmen.

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Doch das ist nicht der Grund, weshalb der Mietenanstieg so verhältnismäßig gering ist. Grund ist die Knappheit an verfügbarem Wohntraum in Hamburgs City und in den Außenbezirken. Viele Menschen wollen nicht umziehen, weil es zu wenig Alternativen gibt. Daher bleiben sie lieber in ihrer „alten“ Wohnung wohnen. Das bedeutet allerdings auch, dass es in Hamburg im Vergleich zu anderen Großstädten relativ wenige Neuvermietungen gibt. Das wirkt sich auf die totale Ziffer aus, die den Mietpreisanstieg angibt, denn der schnellt nach Oben, wenn es viele Neuvermietungen gibt.

Neuvermietungen sind nämlich die Ursache für drastische Mieterhöhungen: Vermieter dürfen bei Neuvermietung (zumal oftmals nach erfolgter Sanierung) den Mietpreis deutlich steigern. Gibt es also wenig Neuvermietungen innerhalb eines Jahres, wirkt sich das signifikant auf den jährlichen Mietenanstieg innerhalb der gesamten Stadt aus.




Verfügbarer Wohnraum ist knapp, ein Wohnbauprogramm soll helfen

Die Stadtentwicklungspolitik in Hamburg, ähnlich auch wie in Berlin, München und Stuttgart, hat die dynamische Entwicklung auf dem deutschen Wohnungsmarkt nicht ernst genug genommen – jahrelang nicht. Das ist der Grund dafür, dass so wenige Hamburger umziehen möchten, denn ein Umzug innerhalb einer Metropole, in der der Wohnraum knapp ist, gleicht dem Spiel „Reise nach Jerusalem“: manch einer findet keinen gleichwertigen Ersatz und bleibt auf seinen Umzugskartons sitzen. Wer vier Wände hat, bleibt auch gern dort wohnen, nicht unbedingt weil es ihm so gut gefällt, sondern aus Pragmatismus und mangels Alternativen.

Doch bald soll sich in dieser Hinsicht etwas tun, denn die Stadt rüstet nach, was verfügbaren Wohnraum angeht. Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt will 10.000 Wohnungen neu bauen lassen. Es ist das richtige Zeichen zur richtigen Zeit. Nur – bis die Wohnungen fertiggestellt sind, ist der tatsächliche Bedarf an Neubauten vielleicht schon um einiges gestiegen. Denn die Nachfragesituation entwickelt sich progressiv.

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Zusammenfassung

Hamburg gilt als internationale und als verhältnismäßig wohlhabende Stadt. Eine gewisse Stabilität auch bei den Mieten spiegelt diese Tendenz, denn hier liegt der jährliche Mietpreisanstieg von 2,6% unter der Inflationsrate von 3.3%. Dennoch haben Mieter Bedenken, wenn sie umziehen sollen: sie bleiben lieber am Ort wohnen, da ihnen es zu wenig Alternativen gibt.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch travelview
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