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Keine Extravaganzen: Weniger Deutsche wollen ins Eigenheim

Redaktion 10. September 2019
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Das eigene Haus oder die eigene Wohnung – das wünschen sich immer weniger Deutsche, zeigt eine aktuelle Studie des Baukreditvermittlers Interhyp in Kooperation mit dem Rheingold Institut. Lediglich zwei Drittel der deutschen Mieter würden sich aktuell Wohneigentum kaufen – genauer gesagt 66 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch 76 Prozent. Zudem haben 38 Prozent angegeben, nicht die finanziellen Mittel zu besitzen, um Wohneigentum kaufen zu können.




Gründe: Die Zufriedenheit in Mehrfamilienhäusern steigt

„Individuelle Faktoren wie der Wunsch nach Sicherheit, Zufriedenheit und Glück treffen dabei auf externe Faktoren wie steigende Mieten und steigende Kaufpreise“, kommentiert Vorständin der Interhyp AG Mirijam Mohr diese Entwicklung. Zum einen seien Niedrigzinsen ein Katalysator, zum anderen ist die Mehrheit der Deutschen zufrieden mit ihrer Wohnsituation.

78 Prozent der 2.600 Befragten, darunter auch Mieter, die in Mehrfamilienhäusern leben, gaben an, dass sie mit ihrer Wohnsituation zufrieden sein. Der bauliche Zustand der Immobilie ist für 64 Prozent zufriedenstellend, die Höhe der Miete sogar für 69 Prozent. Lediglich 37 Prozent der Befragten würden gern umziehen. Die Autoren der Studie glauben, dass die Größe der Wohnungen oder Häuser komfortabler geworden sei. Durchschnittlich 101,6 Quadratmeter oder 4,3 Zimmer haben die Deutschen derzeit zur Verfügung. Solaranlagen und Energiespar-Isolierungen stehen jedoch noch auf der Wunschliste bei den meisten Befragten. Auch Smart-Home-Systeme werden vermisst.

Zudem kommt der empfundene Stress bei der Suche nach Wohneigentum. 53 Prozent der Mieter, die sich in den letzten zwei Jahren auf dies Suche begeben haben, empfinden dies als stressig. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren, in denen die Eigentumssuche nur rund 39 Prozent so empfanden.

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Steigende Mieten und Alter ausschlaggebend für Wunsch nach Wohneigentum

Geht es nach der Umfrage, möchten vor allem Menschen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren Wohneigentum kaufen. Jeder Zehnte gab an, dass er zeitnah Eigentum erwerben wollen würde. Bei den 18- bis 29-Jährigen wollen sogar nur 15 Prozent weiter Mieter bleiben. Die meisten zieht es dabei ins Umland (24 Prozent) oder in kleine Städte (32 Prozent), die wenigsten möchten in der Großstadt Wohneigentum kaufen (19 Prozent). Das frei stehende Einfamilienhaus steht dabei bei 63 Prozent der Befragten ganz oben auf der Wunschliste.

Die Gründe für Wohneigentum haben sich jedoch gegenüber den letzten Jahren nicht geändert. Viele wollen Sicherheit im Alter (91 Prozent), die meisten wünschen sich Mietfreiheit (95 Prozent). Aber auch mehr Gestaltungsspielraum ist für 92 Prozent der Befragten ein Grund, um Wohneigentum zu kaufen. 81 Prozent gaben an, dass die aktuell niedrigen Zinsen ausschlaggebend seien. “Bei Kreditzinsen von unter einem Prozent erscheint vielen Menschen Kaufen attraktiver als Mieten“, erklärt Mirijam Mohr diesen Umstand.

So mancher sieht sich unter Zugzwang durch steigende Kaufpreise. 84 Prozent der befragten befürchten weiter Preise, die nach oben klettern. 87 Prozent befürchten eine steigende Nachfrage, die Wohneigentum ebenso verteuern könnte. Doch dem gegenüber stehen nur 33 Prozent, die die Befürchtung haben, ihre aktuelle Miete würde zu hoch steigen, dass sie diese nicht mehr zahlen könnten. Die meisten von ihnen leben in Großstädten, auf dem Land oder in kleinen Städten ist diese Sorge weniger vorhanden.

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Wünsche werden bodenständig: Mehr Platz statt ausgefallener Ausstattung

Es muss nicht die Villa mit Pool oder das Loft im Szeneviertel sein. Die meisten Befragten wünschen sich bodenständiges Wohneigentum: Ein frei stehenden Einfamilienhaus mit Einbauküche, Garage und Garten steht oben auf der Wunschliste. Zudem sehnen sich die Deutschen nach Platz. Vor allem in Metropolen wie München wünschen sie sich mehr Wohnfläche. Die Befragten leben hier im Durchschnitt auf 73,1 Quadratmetern, würden aber 111 Quadratmeter bevorzugen. Doch das können sich die meisten auf dem aktuellen Immobilienmarkt in solchen Metropolen jedoch nicht leisten.

Zusammenfassung

Laut einer Studie des Baukreditvermittlers Interhyp wünschen sich weniger Deutsche ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung als noch im vergangenen Jahr. Die Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation steigt und Suche sowie Umzug werden auf dem Immobilienmarkt als stressig empfunden.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch PIXEL to the PEOPLE
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