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Wie ein neuer Häuser-Trend den Immobilienmarkt in Deutschland verändert

Wohnungsmarkt24 4. April 2018
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Die Anzahl der Deutschen, die sich ein Eigenheim wünschen, steigt zunehmend. Durch die erhöhte Nachfrage klettern gleichzeitig aber auch die Kaufpreise für Bestandsimmobilien weiter nach oben. Dementsprechend entscheiden sich viele Menschen hierzulande dafür, selber zu bauen. Aber auch das ist keine preiswerte Lösung. Seit einigen Jahren zeichnet sich am Immobilienmarkt ein neuer Trend ab: Die Fertigbau-Branche erhöht ihre Anteile zunehmend. Mittlerweile ist jedes fünfte neugebaute Eigenheim in Deutschland ein Fertighaus. Dieser neue Häuser-Trend verändert den deutschen Immobilienmarkt.

Die Fertigbau-Branche verzeichnet ein kontinuierliches Wachstum

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) berichtet, dass der Anteil der Fertigbau-Häuser im Jahr 2017 bei 19,7 Prozent aller Ein- und Zweifamilienhäuser lag. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von fast zwei Prozent. Im Jahr 2000 lag der Anteil der Fertigbau-Häuser noch bei 13,5 Prozent. Damit wird klar, dass es der Fertigbau-Branche gelingt, dem aktuellen negativen Trend am Immobilienmarkt zu entgehen. Die Zahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser nahm in den letzten Jahren nämlich generell ab. Nur der Fertigbau konnte permanent wachsen. Im kommenden Jahr rechnet die Branche ebenfalls mit einem weiteren Wachstum. Ein Grund dafür sei laut dem BDF-Geschäftsführer Achim Hannott auch, dass das Fertighaus unterdessen kein negatives Image mehr habe. Seiner Meinung nach werde das Fertighaus heute als individuelles, energiesparendes Familienhaus betrachtet.



Beliebte Fertighäuser sind flach, groß und smart

Dabei zeichnen sich auch unter den Fertighäusern selbst neue Trends ab. So seien nach den Angaben von Peter Liehner, dem Vertriebsleiter von Weber-Haus aus Baden, zunehmend größere Häuser angesagt. Auf einen Keller verzichteten hingegen die meisten Bauherren. Stattdessen sei in architektonischer Hinsicht eine klare Formsprache gewünscht, die dem Stil der Bauhaus-Architekten aus den 20er- und 30er-Jahren entspricht:

  • Quaderförmige oder kubische Häuser
  • Flachdächer
  • Große Fensterfronten
  • Kräftiger Vorsprung
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Darüber hinaus wünschen sich deutsche Bauherren verstärkt sogenannte „Smart Homes“. Dabei handelt es sich um vernetzte Lösungen mit integrierten Automations- und Steuerungssystemen. Das bietet den Besitzern eines Fertighauses die Möglichkeit, auch unterwegs mit dem Tablet oder dem Smartphone die Heizung zu regulieren oder die Jalousien zu schließen.

Das Problem: Der Bauplatz für Fertighäuser fehlt in Ballungsräumen

Hausbau eines Fertighauses

Hausbau –  Im kommenden Jahr rechnet die Branche ebenfalls mit einem weiteren Wachstum

Bei diesem Trend zum Bau von Fertighäusern gibt es aber auch ein Problem: Bevor ein neues Einfamilienhaus gebaut werden kann, muss ein passendes Grundstück gefunden werden. Gerade in Ballungsgebieten seien Baugrundstücke aber Mangelware. Darauf weist Günter Gitzen hin, der Vertriebsleiter des Fertighaus-Anbieters Gussek. Auch Christoph Windscheif, der Sprecher vom Bundesverband Deutscher Fertigbau, bestätigt dieses Problem. Seiner Meinung nach sind die Baukosten im Bereich der freistehenden Ein- und Zweifamilienhäuser nicht der entscheidende Faktor, sondern vielmehr das Fehlen von geeigneten Baugrundstücken in zahlreichen Regionen Deutschlands. Gerade für Familien mit Kindern seien Grundstücke wichtig, die sich für eine individuelle Bebauung eignen. Sie müssten zudem gut an die Infrastruktur der größeren Städte angeknüpft sein. Deshalb fordert er, eine größere Anzahl derartiger Grundstücke auszuweisen.



Trotz Knappheit der Grundstücke: Fertigbau-Branche wächst seit Jahren

Aber auch wenn die Grundstücke knapp sind, nimmt der Marktanteil der Fertigbau-Branche seit vielen Jahren zu – und das, obwohl der Branche Gitzens Auffassung nach ein Vorurteil bis heute anhängt: Immer noch glaubten viele Menschen, Fertighäuser seien „Eigeneheime zweiter Klasse“. Dies sei ein Irrtum, der sich jedoch hartnäckig halte. Dem Erfolg der Fertighäuser scheint dieses Vorurteil aber bisher keinen Abbruch zu tun.

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Zusammenfassung

Der Immobilienmarkt in Deutschland verändert sich durch einen neuen Häuser-Trend, der darin besteht, dass sich immer mehr Bauherren für ein Fertighaus entscheiden, sodass diese Branche ihren Anteil seit Jahren steigern konnte. Angesagte Fertighäuser zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie ohne Keller auskommen, im Bauhaus-Stil der 20er- und 30er-Jahre gehalten sind und über vernetzte Lösungen mit integrierten Automations- und Steuerungssystemen verfügen.

Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch korisbo
Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Jeanette Dietl