LOADING

Type to search

Häuser Immobilienmarkt Städte Wohnungen

Wie übertrieben sind die Kaufpreise in den A-Städten Deutschlands?

Wohnungsmarkt24 12. März 2018
Share

Die Immobilienbranche hat das Frühjahrsgutachten veröffentlicht, das einen Einblick über die aktuelle Situation in Deutschlands sogenannten A-Städten gibt – also über die größten Städte des Landes mit der höchsten Immobiliennachfrage. Das „Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2018“ umfasst 326 Seiten und informiert unter anderem über die Zukunft deutscher Wohnungen. Die Experten weisen in diesem Jahr darauf hin, dass die Preise für Wohnungen in den nächsten Jahren deutlich sinken könnten. Mit diesem Trend rechnet die Branche selbst im Moment noch nicht. Auch der Frage, wie übertrieben die Preise in den A-Städten überhaupt sind, widmeten sich die Autoren des Frühjahrsgutachtens.

Das Frühjahrsgutachten zeigt: In den A-Städten sind die Kaufpreise übertrieben hoch

Um die Frage zu beantworten, wie übertrieben die Kaufpreise in den deutschen A-Städten wirklich sind, verglichen die Experten, wie sich die Preise und gleichzeitig die Mieten für Wohnungen in den letzten Jahren entwickelten. Wenn die Kaufpreise deutlich mehr zunahmen als die Mieten, sprachen die Autoren von einer Übertreibung. Sie ist in allen sieben A-Städten des Landes sehr gut erkennbar, denn überall stiegen die Kaufpreise für Wohnungen viel stärker an als die Mietpreise. Das zeigt die folgende Tabelle:

Stadt Kaufpreise von 2004 bis 2017
in Prozent
Mieten von 2004 bis 2017
in Prozent
Übertreibung
in Prozent
München 137 53 84
Frankfurt am Main 105 37 68
Berlin 139 73 66
Stuttgart 96 42 54
Köln 71 22 49
Hamburg 93 45 48
Düsseldorf 71 26 45
Jetzt lesen :  Wohnungsmarkt in Berlin: Platz für 36.000 Wohnungen auf den Dächern von Supermärkten

Vor allem Eigentumswohnungen in München fallen daher durch übertriebene Kaufpreise auf, aber auch in Berlin und Frankfurt sind die Preise für Eigentumswohnungen übertrieben hoch.



Der Leerstand ist in den A-Städten deutlich geringer

Generell ist der Immobilienmarkt der A-Städte national und international von enormer Bedeutung. Er wird gleichermaßen von regionalen, überregionalen, nationalen und internationalen Akteuren beeinflusst. Dabei sind die deutschen A-Städte vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sich hier sehr gute Bedingungen für den Immobilienmarkt vorfinden lassen. So gibt es beispielsweise noch eine andere Statistik im Gutachten, die zeigt, warum diese Städte für Investoren so interessant sind: Es gibt in den A-Städten Deutschlands prozentual viel weniger leeren Wohnraum als im Durchschnitt in Deutschland. Die jüngsten Zahlen stammen laut der Studie aus dem Jahr 2015:

Stadt Leerstand 2007 in Prozent Leerstand 2015 in Prozent
München 1,5 0,2
Hamburg 1,5 0,2
Stuttgart 2,4 0,5
Köln 1,8 0,6
Berlin 2,3 0,8
Düsseldorf 2,4 1,1
Frankfurt am Main 2,5 1,5
Deutschland 3,9 3,0

In A-Städten gibt es dementsprechend einen deutlich niedrigeren Leerstand bei Wohnungen als im Rest vom Deutschland. Daher zieht es die Investoren auch gerade in diese Städte, denn hier finden sie schneller und leichter Mieter. Außerdem lassen sich unerwünschte Mieter problemlos aussortieren.



Der mögliche Wohnungsnachschub ist in A-Städten groß

Fakt ist aber auch: In den A-Städten werden überdurchschnittlich viele neue Wohnungen gebaut. Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Wohnungen seit 2010 schon genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt wurden. Dies wird auch als Bauüberhang bezeichnet. Hier müssen nur noch die Arbeiten beginnen, um für Wohnungsnachschub zu sorgen:

Jetzt lesen :  Das sind die neusten Tops und Flops am Immobilienmarkt in Deutschland
Stadt Bauüberhang seit 2010 Bauüberhang je 1000 Einwohner
München 48000 13,6
Hamburg 8600 11,7
Stuttgart 17000 9,5
Köln 11900 8,2
Berlin 4700 7,7
Düsseldorf 374400 4,6
Frankfurt am Main 3000 2,8
Deutschland -100 -0,1

Vor allem in Berlin, Frankfurt und Hamburg könnten in nächster Zeit gemessen an der Einwohnerzahl sehr viele neue Wohnungen gebaut werden. Allerdings steht in den Sternen, ob alle Wohnungen auch tatsächlich fertig werden. Die Experten der Studie gaben aber an, dass viel dafür spreche, dass der größte Teil des Bauüberhangs auch tatsächlich umgesetzt und fertiggestellt werde.



Zusammenfassung

In den deutschen A-Städten sind die Kaufpreise tatsächlich sehr übertrieben, wie das „Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2018“ zeigt, denn dort sind die Kaufpreise in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als die Mietpreise. Allerdings sind die A-Städte als Standorte für Investoren auch sehr beliebt, was zum Beispiel an dem – im Vergleich zum Rest von Deutschland – sehr geringen Leerstand in diesen deutschen Großstädten liegt.

Fotoquelle: www.fotolia.de - Urheber: Anselm Baumgart