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Immobilienmarkt News

Immobilien im Abwind: Die Wirtschaftskrise bringt sinkende Einnahmen

Redaktion 14. April 2020
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Der Immobilienmarkt ist ein sogenannter „sensibler Markt“, wie Volkswirtschaftler wissen: das Bruttoinlandsprodukt und die durchschnittliche Kaufkraft der Bürger, national oder regional gemessen, schlagen sich sofort auf dem Markt nieder und sorgen für anhaltend steigende oder fallende Tendenzen bei der Preisentwicklung. Jahrelang hat der Immobilienmarkt in Deutschland – und auch weltweit – steigende Tendenzen verbucht, Bauland und Neubauten, sowie auch Altbauten, die saniert wurden, erzielten hohe Traum-Preise für Verkäufer und Top-Renditen für Vermieter.

Immobilienmakler haben, durchaus zu Recht, ihren finanzstarken Kunden gern zu einer Investition in Stein geraten, denn diese solide Wertanlage war als dauerhaft steigend im Wert angesehen worden – was man von manchen Finanzprodukten nicht behaupten konnte. Doch langsam ändern sich offensichtlich die Zeiten und der anhaltende Aufwärts-Trend der Immobilienbranche scheint zu stagnieren, ja sogar erstmals seit 2015 rückläufig zu werden bei Verkaufszahlen, Verkaufserlösen und durchschnittlichen Verkehrswerten von Häusern und Eigentumswohnungen.




Grund ist die Corona-Krise, die in vielen Betrieben zu Kurzarbeit und Entlassungen und dadurch zu einem empfindlichen Rückgang der Haushaltseinkommen in vielen Familien geführt hat, was wiederum zu einer Einschränkung der Planungssicherheit und angsterfülltem Sparverhalten geführt hat. Noch ist der Begriff des Abwärts-Trends in der Immobilienbranche verfrüht, doch wenn die Krise länger anhält und dauerhafte volkswirtschaftliche Schäden verursacht, werden sich die bisherigen Immobilienpreise und Renditen nicht mehr auf dem gewohnt hohen Niveau halten können. Ein Blick in die Welt der Immobilienmakler und ihrer derzeitigen Sorgen, sowie eine kurze Perspektive des veränderten Marktes in der nahen Zukunft.

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Immobilien zum Verkauf: Die Preise fallen, die Kunden sind vorsichtig

Immobilienmakler beklagen zurzeit zwei Probleme, die unmittelbar auf die Corona-Krise zurückzuführen sind: erstens das mangelnde Kaufkraft-Volumen bei den Investoren, zweitens die mangelnde Planungssicherheit ihrer eigenen Karriere. Denn um mit Immobilien erfolgreich handeln zu können, bedarf es einer flexiblen und aktiven Dynamik von Angebot und Nachfrage, kurz eines Marktes, der sich bewegt – im Maklerdeutsch sagt man gern „da geht was“. Seit der Corona-Krise „geht nichts mehr“, zumindest nicht wie gewohnt, denn Investoren sind vorsichtig geworden, ihr Geld in Stein anzulegen, und Makler fürchten zwar noch nicht um ihre Existenz, müssen aber empfindliche Einbußen hinnehmen.

Das Geschäft mit den Kunden und Interessenten wird zunehmend von Zuhause aus ausgeführt, sofern Kunden in ein Büro kommen können, was derzeit nicht überall möglich ist. Auch Skype-Sitzungen oder Visualisierungen von Gebäuden in 3-D-Grafiken und Filmen sind jetzt die Mittel der Wahl, um Probleme der direkten Zugänglichkeit von Objekten auszugleichen. Zwar könne so genügend Information übermittelt werden, bestätigen erfahrene Immobilienmakler, doch das Kaufverhalten der Kunden sei dadurch nicht angeregt worden, da die nüchterne Sachebene allein nicht das emotionale Aha-Erlebnis bei der Hausbegehung ersetze.

Neben der emotionalen Distanziertheit fehlt auch ein weiterer Faktor für Investoren, schlicht und prägnant die Kaufkraft oder vielmehr, der Investitionsoptimismus. Bedingt durch die Corona-Krise hätten sich viele finanzstarke Investoren vom aktiven Geschäft des Immobilienerwerbs zurückgezogen, da sie befürchten, dass einkommensschwache Mieter zukünftig ihre Mieten – und damit die Rendite – nicht zahlen können und sich die Investition für sie also nicht lohnt.

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Insider fürchten, die durch die Pandemie verursachte Krise könne sich noch monatelang hinziehen und kaum wieder gutzumachende volkswirtschaftliche Schäden nach sich ziehen, wieder andere Experten verzeichnen diese Aussicht als Schwarzseherei. Doch die Lage ist unsicher, destabilisiert, und der sensible Markt der Immobilien reagiert mit Schwankungen. Makler-Berufsverbände geben mittlerweile Tipps, wie ihre Mitglieder trotz Corona-Krise wirtschaftlich am Ball bleiben können.

Aussichten: Wie geht es weiter auf dem Immobilienmarkt?

Wenn ein Geschäft sich ändert, bedeutet das keineswegs das Aus, sondern lediglich eine mehr oder weniger tiefgreifende Modifikation. Schwierig wird es jedoch in einem Traditionsgewerbe wie dem Immobilienverkauf, das auf Treu und Glauben, solider Kaufmannsehre sowie auch persönlichen Begegnungen zwischen Makler, Verkäufer und Kunde beruht, sich völlig auf virtuelle Zwischenlösungen umzustellen.

Hier muss an der Vertrauensbasis gearbeitet werden, um dauerhaft Einnahmen generieren zu können. Doch die Vertrauensbasis als psychologische Grundlage allein hilft nicht, den gefährdeten Immobilienmarkt wieder aufzurichten: Volkswirtschaftler sehen eine Finanzkrise ähnlich wie im Jahre 2008 voraus. Hier haben langfristige, hochpreisige Anlagen wie Immobilien nicht den höchsten Stellenwert für den Investor.

Zusammenfassung

Was als vorübergehende Erschütterung der Märkte gedacht war, könnte sich als folgenschwere Finanz- und Wirtschaftskrise herausstellen: Die Corona-Pandemie mit ihren Massenentlassungen und Budgetkürzungen im Anhang führt derzeit auch zu stagnierenden Verkäufen in der Immobilienbranche, sowie erstmals seit Jahren zu fallenden Preisen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Andrii Yalanskyi
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