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Wohnen in München: Gewofag erhöht die Mietpreise drastisch

Wohnungsmarkt24 3. April 2018
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Mieter, die in einer der frei finanzierten Wohnungen von der Gewofag wohnen, müssen in Zukunft deutlich mehr Miete zahlen. Die Mieterhöhung ist so drastisch, dass es einigen Mietern womöglich schwerfallen wird, die Vorgaben über das Verhältnis vom Einkommen zur Miete einzuhalten. Der Oberbürgermeister Reiter von der SPD kündigt deshalb eine Mietpreisbremse für München an. Die CSU allerdings zeigt sich in dieser Hinsicht zurückhaltender.

Gewofag-Mieter müssen mit Mietpreiserhöhungen von bis zu 15 Prozent rechnen

Vor reichlich einer Woche traf sich die Vereinigung der Münchner Wohnungsunternehmen (VMW) zur Mitgliederversammlung. Dazu gehören neben den beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag auch Genossenschaften und andere Unternehmen mit sozialer Orientierung. Vor dem Termin wurde die Presse eingeladen und der neue Mietenatlas vorgestellt. Er gibt Auskunft über die Durchschnittsmieten sämtlicher 135.000 VMW-Wohnungen – also jeder sechsten Wohnung in München. Die Durchschnittsmiete liegt laut der Erhebung bei 7,03 Euro pro Quadratmeter. Der VMW-Vorstandsvorsitzende und gleichzeitige Geschäftsführer von Gewofag, Klaus-Michael Dengler, meinte dazu: „Wir sind die Mietpreisbremse von München.“




Das ist eine Aussage, welche die Mieter in der Rupertigaustraße in Ramersdorf ärgern dürfte. Sie leben in frei finanzierten Wohnungen der Gewofag. Das bedeutet, dass es sich nicht um Sozialwohnungen handelt. Sie wurden in den letzten Monaten über drastische Mietpreiserhöhungen in Kenntnis gesetzt – genauso wie viele andere Gewofag-Mieter im Stadtgebiet von München. Es sind Steigerungen von bis zu 15 Prozent angekündigt. Sie werden mit dem Mietspiegel begründet, weil die Miete „nicht mehr den ortsüblichen Entgelten für vergleichbaren Wohnraum“ in der bayerischen Landeshauptstadt entspreche.

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Oberbürgermeister setzt sich für Münchner Mietpreisbremse ein

Ab April soll eine Familie, die für ihre 116-Quadratmeter-Mietwohnung in München bisher 1657 Euro warm gezahlt hat, nun 1859 Euro zahlen. Diese teilweise drastischen Erhöhungen der Miete stellen für die Mieterschaft eine enorme Belastung dar. Dies teilten sie in einem Brief auch der Gewofag mit und appellieren gleichzeitig an die soziale Verantwortung ihres Vermieters. Als die Mieter im Jahre 2016 einzogen, forderte die Gewofag noch, dass die Bruttomiete bei höchstens 40 Prozent des Haushaltseinkommens liegen dürfe. Diese Forderung könne nun in vielen Fällen nicht mehr eingehalten werden. Die Mieter haben zudem Sorge, dass in München für die Mittelschicht bald kein bezahlbarer Wohnraum mehr zur Verfügung stehe.

Aus rechtlicher Sicht sind die Mieterhöhungen erlaubt. Allerdings bleibt fraglich, ob sie sozial vertretbar sind. Die Mieter wollen sich daher gegen maximale Erhöhungen wehren. Der Oberbürgermeister Dieter Reiter reagiert verständnisvoll. Zwar seien die städtischen Wohnungsbaugesellschaften durch das Revisionsamt dazu verpflichtet, bei frei finanzierten Wohnungen wirtschaftlich zu denken und auch eine Rendite zu erzielen. Allerdings halte der Bürgermeister das in einer Stadt wie München wohnungspolitisch für nicht haltbar.




In der Tat hatte Reiter schon vor einiger Zeit angekündigt, dass die Mieterhöhungen in Münchner Wohnungen stärker begrenzt werden sollten. Er sagte damals, dass man in München – der teuersten Stadt des Landes – eben eine eigene Mietpreisbremse einführen müsse, wenn die normale Mietpreisbremse hier nicht funktioniere. Außerdem forderte er die GWG und Gewofag dazu auf, Regularien in dieser Hinsicht zu entwickeln. Dazu kam es bisher nicht.

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Mietwohnungen in München – Mieter wollen sich gegen maximale Erhöhungen der Mieten wehren

Die CSU ist in puncto Mietpreisbremse zurückhaltender

Am Dienstag forderte die SPD-Fraktion im Stadtrat noch einmal eine kommunale Mietpreisbremse. Im Zeitraum von fünf Jahren sollten die Mieten demzufolge um nicht mehr als zehn Prozent angehoben werden dürfen. Im Moment sind Erhöhungen von 15 Prozent in drei Jahren erlaubt. Die CSU jedoch ist in dieser Hinsicht zurückhaltender. Fraktionschef Manuel Pretzl ist zwar bereit, den Vorschlag der Münchner Mietpreisbremse für frei finanzierte Wohnungen zu diskutieren. Er sieht aber auch die bisherigen Mieterhöhungen als vertretbar, weil die Mietpreise bei städtischen Wohnungen bisher deutlich unter dem Durchschnitt in München lägen. Seiner Meinung nach müssen GWG und Gewofag wirtschaftlich weiter leistungsfähig bleiben. Nur dann können sie den so wichtigen Wohnungsbau vorantreiben.

Auch die Grünen weisen daraufhin, dass es schwierig sei, auf der einen Seite bezahlbare Wohnungen zu vermieten und auf der anderen Seite viele neue bezahlbare Wohnungen zu bauen. Die Gewofag unterwerfe sich mit ihrer Orientierung am Mietspiegel und der Nutzung der Obergrenze bei Mietsteigerungen lediglich der rasanten Dynamik des Wohnungsmarkts in München. Allerdings treibe sie einige Mieter damit in ernste finanzielle Probleme.



Zusammenfassung

Die Gewofag hat die Mieten der frei finanzierten Wohnungen drastisch angehoben. Deshalb fordert die SPD für München eine eigene Mietpreisbremse, während die CSU auf diese Forderung zurückhaltend reagiert.

Fotoquelle: www.fotolia.de - Urheber: Sergii Figurnyi
Fotoquelle: www.fotolia.de - Urheber: Anselm Baumgart