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Wohnkostenstudie zeigt: Wohnen im Eigentum oft günstiger als in der Mietwohnung

Wohnungsmarkt24 16. Juni 2018
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Der beste Zeitpunkt für den Kauf einer Wohnimmobilie zur Selbstnutzung ist wegen der mittlerweile leicht gestiegenen Zinsen schon vorbei. Dennoch zeigt das IW Köln in einer Studie, die vom Wohnungsprivatisierer Accentro beauftragt wurde, dass es noch für einige Zeit in finanzieller Hinsicht vorteilhafter sein wird, eine Immobilie zu kaufen statt sie zu mieten. In der Studie heißt es, dass es nun an der Bundesregierung sei, mithilfe von Reformen insbesondere junge Haushalte zum Eigentum zu verhelfen und ihnen somit die Chance auf eine bessere Altersvorsorge zu bieten.

Wohnkosten für Käufer im Durchschnitt 33 Prozent niedriger

Obwohl die Immobilienpreise mancherorts stark gestiegen sind, haben Käufer finanziell seit einigen Jahren im Vergleich zu Mietern Vorteile. Das zeigt der aktuelle Wohnkostenreport, der nun schon zum dritten Mal in Folge erstellt wurde. Betrachtet man alle 401 Städte und Landkreise, so sind die Wohnkosten für Käufer durchschnittlich 33 Prozent niedriger als für Mieter. Der Grund dafür sind in erster Linie die niedrigen Zinsen, die laut Michael Voigtländer, einem Wissenschaftler am IW Köln, auch in der nächsten Zeit nicht deutlich ansteigen dürften. Seine Meinung deckt sich dabei mit der Ansicht zahlreicher anderer Ökonomen.




Das IW Köln e.V. hat auch in den sieben einwohnerstärksten Städten Deutschlands für Käufer erhebliche finanzielle Vorteile im Vergleich zu Mietern ermittelt. Der Unterschied ist in Hamburg am größten, wo der Kauf laut der Studie um 38,6 Prozent preiswerter ist als Mieten. Danach kommen mit 35,5 Prozent Frankfurt, Düsseldorf und Berlin mit jeweils etwa 34 Prozent, Köln mit 32,2 Prozent und München und Stuttgart mit ungefähr 26 Prozent.

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Kostenvorteil im Münchner Umland überschaubar

Laut der Studie ist der finanzielle Vorteil für Personen, die im Münchner Umland kaufen, aber nicht mehr so groß. In den kreisfreien Städten und Landkreisen, die sich im Umkreis von etwa 50 Kilometern um München herum befinden, ist es für Selbstnutzer nur noch knapp 18 Prozent preiswerter als für Mieter. Im Landkreis Aichach-Friedberg hat das Institut sogar einen Kostenvorteil von lediglich 5,5 Prozent errechnet. Voigtländer sagt, dass es durchaus möglich sei, dass es hier bei einem Anstieg der Zinsen zu Preiskorrekturen komme.

Die Wohnkostenrechnung im Detail

Für die Berechnungen wurden zwei wesentliche Punkte als Grundlage genutzt:

Für Verbraucher, die also nicht entscheiden müssen, ob sie eine neue Wohnung anmieten oder eine Eigentumswohnung kaufen, sondern wählen können, ob sie in ihrer bisherigen Wohnung bleiben oder eine Wohnung erwerben, könnte die Wohnkostenrechnung daher abweichende Ergebnisse liefern. Das IW Köln geht davon aus, dass die Mietpreise jährlich im Durchschnitt 1,5 Prozent steigen. Bei den Kosten für Käufer werden folgende Aspekte berücksichtigt:




IW Köln fordert Reaktion von der Politik

Angesichts des errechneten Kostenvorteils für Käufer ist es verwunderlich, dass sich private Haushalte in Deutschland nicht viel stärker auf den Kauf von Immobilien konzentrieren. Voigtländer ist der Auffassung, dass dies am mangelnden Eigenkapital liege, welches benötigt wird. In einer anderen Studie hat das IW Köln ermittelt, dass 2012 nur rund 11 Prozent der Mieterhaushalte 50.000 Euro und mehr als Eigenkapital zur Verfügung hatten. Diese 50.000 Euro reichen dabei nur für den durchschnittlichen Preis einer Immobilie in Deutschland. Haushalte, die in Universitäts- und Großstädten kaufen möchten, dürften mit dieser Summe nicht weit kommen.

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Voigtländer ist daher der Meinung, dass es die Aufgabe der Politik sei, dieses Hindernis des hohen Kapitalbedarfs abzubauen. Dies müsse nicht zwangsläufig durch das teure Baukindergeld geschehen, sondern vielmehr durch Kreditausfallgarantien durch den Staat. Auf diese Weise könnten Käufer höhere Fremdkapitalquoten erzielen. Alternativ sei es en guter Ansatz, Käufern die Möglichkeit zu bieten, dass sie die Grunderwerbssteuer über einen längeren Zeitraum zahlen können. Zudem sei zu überlegen, ob für die Grunderwerbssteuer dem englischen Vorbild folgend ein Freibetrag eingeführt werden kann und die Grundsteuersätze dann mit der Höhe der Immobilienpreise steigen zu lassen.

Zusammenfassung




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Marko Poplasen