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Immobilienmarkt News

Haus unterm Hammer? Zwangsversteigerungen in Deutschland werden seltener

Redaktion 3. April 2020
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Die Immobilienwirtschaft in Deutschland boomte seit 2015 mit nie dagewesenen Preisinflationen: „Wohngold“ wurde immer teurer, zuerst in den Städten, dann auch auf dem Lande. Allerdings scheint der Corona-Virus derzeit eine „ansteckend“ schlechte Wirkung auf die Immobilien-Blase zu haben, die vielerorts schon platzt. Durch die neuen Ausnahmegesetze, welche die Bundesregierung wegen Corona eingeführt hat, kann Mietern nicht mehr ohne weiteres gekündigt werden, wenn sie mit der Mietzahlung in Verzug geraten.




Was dem Mieter einen erfreulichen Zahlungsaufschub verschafft und daher etwas Erleichterung in einer global angespannten Lage, ist für die Vermieter oft ein Wermutstropfen, denn sie bezahlen weiter Steuern und Abgaben, aber sie erleben dafür oft Rückstände in den Einnahmen. Dennoch ist die Nachfrage nach „Betonkapital“ in Deutschland sehr hoch, da, abseits von Pandemien, die Investition sicher und wertsteigernd ist, was von vielen anderen Anlagen nicht behauptet werden kann.

Um die möglichen konjunkturellen Schwankungen auf dem Immobilienmarkt abzufangen und das eigene Risiko einer Fehlinvestition gering zu halten, wenden viele Immobilieninvestoren den Trick an, sich nach guten Zwangsversteigerungsobjekten umzusehen. Diese werden von den Amtsgerichten ausgepriesen und sind in der Regel weit unter dem Verkehrswert zu ersteigern, so dass echte Schnäppchen möglich sind. Allerdings gibt es für den Geheimtipp unter privaten Investoren, der schon fast keiner mehr ist, derzeit ein großes Stopp: auch Zwangsversteigerungsobjekte werden rar. Ein kurzer Bericht zur aktuellen Lage.

Was sind Zwangsversteigerungen und Zwangsversteigerungsobjekte?

Zwangsversteigerungen von Immobilien sind Versteigerungen eines Grundstücks, Hauses oder einer Wohnung vor dem örtlich zuständigen Amtsgericht. Diese Objekte werden versteigert, weil sie verschuldet oder mit hohen Hypotheken belastet sind. Grund für solche Versteigerungen ist oft, dass die Eigentümer insolvent gegangen sind, oder dass nach einer Scheidung oder im Fall einer Erbengemeinschaft eine Immobilie schnell „zu Geld gemacht“ werden soll, um bestehende Schulden zu tilgen.

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Oft verlangt die zuständige Bank eine solche Versteigerung, wenn der Schuldner die monatlichen Kredite oder sonstigen Finanzierungen nicht mehr aufbringen kann. Was der Bank hilft, zumindest teilweise wieder an ihre eigenen Ausgaben zu kommen, ist für die Eigentümer meist ein Fiasko, denn sie sind oft gezwungen, das Objekt weit unter Wert anzubieten. An dem Amtsgerichten werden Häuser und Wohnungen unter dem gültigen Verkehrswert ausgepreist. Wer das höchste Gebot abgibt, erhält den Zuschlag.

Was des einen Leid ist – des Eigentümers – ist oft des andern – des Ersteigeres – Freude, denn hier kann so manche gute Immobilie weit unter Wert erworben werden, was einen echten Gewinn darstellen kann. Aus diesem Grund haben Immobilien-Investoren schon lange systematisch nach Zwangsversteigerungsobjekten Ausschau gehalten. Die Amtsgerichte sind verpflichtet, Versteigerungen mit Termin und Bezeichnung des Objekts bekanntzugeben. Außerdem gibt es auch Informationsquellen und -portale sowie spezialisierte Zeitschriften, welche diese Informationen dem investitionswilligen Bieter zukommen lassen.

Zwangsversteigerungsobjekte kaufen – ein Trend ohne Zukunft?

Angesichts der anhaltend starken Nachfrage auf dem deutschen Immobilienmarkt ist die Situation der Zwangsversteigerungen heute eine andere als noch vor einem Jahr: es werden immer weniger. Derzeit legt die pandemische Situation zusätzlich viele Transaktionen auf dem Immobilienmarkt lahm. Wie sich dieser zukünftig erholen wird, ist noch unsicher.

Sicher ist jedoch, dass das beliebte Modell des Erwerbs von Zwangsversteigerungsobjekten zum eigenen Profit in Zukunft immer weniger Anhänger finden mag, weil es weniger verfügbare Objekte auf dem Markt gibt. Investoren werden sich nach anderen Modellen umsehen müssen, die ihnen Immobilienerwerb zum geringen Preis erlauben – oder gleich zu Bauträgern werden.

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Fazit

Zwangsversteigerungen beim örtlichen Amtsgericht waren bis vor kurzem für private Investoren eine gute Gelegenheit, um günstig zum Immobilieneigentümer zu werden, denn die meisten Objekte werden weit unter Verkehrswert versteigert. Nun zeigt jedoch die hohe Nachfrage nach Immobilien einen Abwärtstrend bei Versteigerungsobjekten: die begehrten Immobilien zum Schnäppchenpreis werden in Deutschland seltener, und so auch für Privatleute die Gelegenheit, günstig zu Eigenheim oder Renditewohnung zu kommen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch stockcreations
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